52 Sara & Marah im Gespräch mit Lea Herzig
Shownotes
In dieser kraftvollen und bestärkenden Folge ist Lea Herzig zu Gast. Sie ist ehemalige Polizistin, frühere Pride-Präsidentin und engagierte Stimme für Gleichstellung und Opferschutz. Heute arbeitet sie als Rechtsanwältin in einem Beruf, für den sie brennt.
Lea begleitet Menschen mit Gewalterfahrungen durch juristische Prozesse und setzt sich dafür ein, dass die Rechte von Betroffenen gewahrt werden. Gemeinsam sprechen sie über Gewalt, Scham und darüber, warum genau diese Scham zerstampft werden muss.
Lea macht Betroffenen Mut, Hilfe zu suchen und gewaltvolle Beziehungen nicht alleine auszuhalten.
Auch gesellschaftliche Themen bekommen Raum: die noch immer fehlende vollständige Gleichstellung von Regenbogenfamilien und die Realität, dass Gewaltdelikte statistisch mehrheitlich von Männern ausgehen.
Eine ehrliche, empowernde und unglaublich wichtige Folge über Mut, Gerechtigkeit und Solidarität.
🔗 Opferberatung Zürich
🔗 Opferhilfe
🔗 Budget- und Finanzberatung
🔗 Rechtsberatung
🎵Der Weg von Herbert Grönemeyer
🏳️🌈 Pride Festival
📗 Scham von Matthias Kreienbrink
🛍️ 33 Gesprächskarten aus dem Podcast «Sara & Marah im Gespräch mit…»
Jetzt bist du dran! Schreibe uns deine Gedanken und Inputs. Und übrigens: Sharing is caring! Mehr Infos: frauenzentrale-zh.ch.
Transkript anzeigen
00:00:00: Z.B.
00:00:01: die Anerkennung von zwei Müttern, die ein Kind haben.
00:00:05: Wir haben es mit der Ehe für alle viele Gleichstellungen erreicht.
00:00:12: Aber wir sind noch so weit weg von echter Fairness und Gleichstellung.
00:00:18: Das Feuer hat irgendwie nie ganz aufgehört.
00:00:20: Und ich bin momentan wieder am Liegenbeugeln, mich dort mehr geben zu können ... Vielleicht haben sie mitgekommen.
00:00:27: Zürich Pride ist recht in einer Krise, man hat das Festival dieses Jahr absagen müssen.
00:00:31: Es wird nur aber immerhin eine Demonstration durchgeführt und ich merke, dort spüre ich immer noch Energie in mir, wo ich vielleicht deutlicher spüre als zum Beispiel für den Gemeinderat.
00:00:46: Sarah & Mara im Gespräch mit ... Wir
00:00:55: wollen Vorurteile abbauen
00:00:56: und verbindigen arbeiten.
00:00:58: Wir wollen mit unseren Gästen über ihre Lebenswelten reden,
00:01:01: ihre Perspektiven und Erfahrungen und ihre Sünden.
00:01:04: Und wir wollen wissen was sie verdammt gut kündigt.
00:01:10: Hallo Mara
00:01:11: Hallo Sarah
00:01:12: Mara ist für einmal... Ich bin eigentlich auch mit dir in diesem Podcast die ich ausziehe.
00:01:17: Heute ist es Mara
00:01:19: heute bin ich's und ich nenne das Perimenopausalen Hitze.
00:01:23: Schub steht dazu.
00:01:26: Dafür sieht man meine Tattoos.
00:01:28: Sieht sehr schön aus!
00:01:30: Mara hat ja unglaublich schöne Tattoose, weil sie so fein sind und irgendwie wirklich für mich fast etwas künstlerisch ist.
00:01:40: Ich denke immer, ich danke meiner Mutter vieles.
00:01:43: Aber ich danke ihr so fest, dass sie unglaublich streng war, dass ich kein Tattoo darf vor meinem achtzehnten Geburtstag.
00:01:51: Weil ich hätte sonst ... Jim Morrison wird mit nacktem Oberkörper detailliert.
00:01:57: Wie soll ich sagen?
00:02:00: Ich bin froh, dass er mir nicht jeden Tag begegnet, wenn ich in den Spiegel
00:02:03: schaue.
00:02:04: Hättest du es auf der Rücke gemacht oder
00:02:05: wo?
00:02:06: Nein, ich habe es hier auf die Seite gemacht und sehr gross.
00:02:09: Also bei den Rippenbögen.
00:02:11: Und ich war wirklich sicher.
00:02:12: Ich habe mich an meiner Mutter gedacht, ich werde es nie bereuen.
00:02:15: Ich bin so sicher!
00:02:17: Gut, ich bin schon recht Jim Morrison Fan ... Darf man das sagen als Feministin?
00:02:22: Ich glaube schon.
00:02:23: Hey, weisst du was, unbedingt Koffer als Femministin.
00:02:25: Ich muss
00:02:26: noch sagen ich habe jetzt nicht recherchiert aber ich kann es nachvollziehen ja... Aber es gibt hier schlimmeres.
00:02:32: sind also die Arschgewebe mega in gewesen?
00:02:34: Übrigens sind sie wieder in Nünzgen.
00:02:36: Das kommt alles wieder
00:02:38: Genau und ich habe ja auch noch so chinesische Tateaus auf dem Rücken.
00:02:41: das ist so etwas gesehen und dann hat mir einer gesagt dass er uns
00:02:45: eigentlich vertrauen soll oder so heissen.
00:02:48: Nein, es ist schon tiefer.
00:02:50: Das weisst du.
00:02:50: bist sicher, dass man überprüfen
00:02:52: kann?
00:02:52: Ja, aber es hat dann auch schon keine Tugel, das ist nicht so modern.
00:02:59: Ich weiss es ist gut!
00:03:01: Aber jetzt sind nichts wieder innen.
00:03:05: Ja und sonst reden wir heute noch über andere Sachen, so wie meine Tattoos oder?
00:03:09: Das
00:03:09: finde ich schon.
00:03:10: Wie ich finde auch über das können wir mal länger darüber sprechen.
00:03:13: Ich bin ja eh... Also da hatte ich früher auch einen Quassel-Podcast, also wo natürlich nicht nur ein Quasselpodcast war, sondern es waren sehr viele tiefgründige Themen.
00:03:21: Aber wenn man denken, ich sollte eigentlich auch wieder einmal als Format haben, dass ich genau einfach nur über solche Dinge reden kann Da könnte ich lieber Büssis reden.
00:03:28: Mit unserer Gestionen von heute können wir auch über Büssises reden,
00:03:31: das weiss ich.
00:03:32: Aber wir reden heute, reden wir übers Recht.
00:03:35: Wir reden über das Recht unter anderem.
00:03:38: Oder die, die es recht umsetzen oder einfordern.
00:03:42: Genau, wir reden über Polizei und Anwaltschaften.
00:03:47: Ich würde sagen, unsere Gäste gehen schon dazu.
00:03:49: Wenn man schon so teilt
00:03:50: mit ihnen?
00:03:52: Herzlich
00:03:52: willkommen Lea Herzig!
00:03:54: Hallo Lea!
00:03:55: Soll ich mir da sein?
00:03:57: Dass jetzt unsere Zuhörerinnen nicht das Gefühl haben, sie ist einfach nur glückliche Büssipsitzerin ... Kannst du die Lea bitte vorstellen?
00:04:08: Die Lea weiss ich nicht, ob sie Tartus hat.
00:04:11: Nein!
00:04:14: Das
00:04:14: sind so wenige Menschen.
00:04:16: Ich sage immer auf ein Ferrari, glaubst du auch kein Kleber?
00:04:20: Jetzt ist es so
00:04:22: schlagferntig.
00:04:26: Wie Sie jetzt hatte ich das Gefühl, dass ich keine Tattoo habe.
00:04:29: Vielleicht bin ich nicht so cool ... Aber jetzt... Jetzt gibt es mir
00:04:34: eine ganze
00:04:35: ... Hey!
00:04:38: Schnell weiter im Interview, sonst
00:04:42: wirds
00:04:43: hier zu Hause.
00:04:44: Es ist schon heiss, aber mal schauen, wo das anführt.
00:04:47: Auf jeden Fall für diejenigen, die dich noch nie kennen, werden nicht viele sein.
00:04:50: Ich stelle dich vor und tu mich korrigieren.
00:04:54: Ich suche jeweils im Internet zusammen, was man so findet.
00:04:57: Über dich finde ich einiges, muss man sagen?
00:04:59: Jetzt
00:04:59: bin ich gespannt.
00:05:01: Und zwar war du Polizistin.
00:05:06: Dann stand ... Es ist nie zu spät, neue Wege einzuschlagen.
00:05:13: Weil du dann mit den siebener-dreisigien Rechtsanwälten geworden bist?
00:05:18: Stimmt das
00:05:18: so?
00:05:18: Ich finde es schlimmer.
00:05:22: Es ist nicht zu spätsam.
00:05:25: Wärst du irgendwie die Seipetzke gewesen?
00:05:27: Ja und es klingt auch wie wenn man in einem Jahr eine Anwälte
00:05:31: wird.
00:05:32: Der Weg war etwas länger.
00:05:33: Ich habe mich mit den Neunzwanzigen entschieden von der Polizei wieder wegzugehen ... vor einem Nagel zu hangen und Jura zu studieren.
00:05:43: Und der Weg nach dem Jaustudium bis zum Anwaltspatent ist durch Härte, Steine und Lang.
00:05:49: Ich warte heute noch auf die Schadenersatzzahlung des Vaters Staates, was er mir
00:05:54: hier hängt.
00:05:54: Ist unglaublich stark!
00:05:56: Ich
00:05:56: tue auch mal in meiner Praxis oder habe das schon gemacht?
00:06:01: Frauen auf die Prüfung seinen Kulfen haben sich vorzubereiten, wo sie schon mal durchgehend waren und sehr nervös war.
00:06:07: Das geht wirklich um das Thema Prüfungsangst.
00:06:09: Um auch weiter motivieren zu lernen ... Ich hatte ja vorher null
00:06:16: Ahnung.
00:06:17: Was
00:06:17: es braucht in Zürich, diese Prüfungen zu verstehen?
00:06:23: Nur kurz, ich weiss, dass ich unterbreche.
00:06:25: Aber das ist ja so ... Ja,
00:06:30: da hat mir sicher auch geholfen, dass ich schon eine andere Härteprüfung hinter mir hatte.
00:06:35: Polizistin werden ist auch mit einem sehr heavy Auswahlverfahren verbunden.
00:06:42: Man muss sehr viele Tests ablecken und sich seelisch fast nackt machen und zeigen, wer man ist.
00:06:50: Es ist ein Mehrstufiges-Verfahren.
00:06:53: Und dann war ich vielleicht ein wenig parater für die Anwaltsprüfung.
00:06:59: Aber ich glaube, nichts wirklich kann dich auf diesen Prozess vorbereiten, weil das, was du gerade sagst, das habe ich auch ganz oft erlebt – dass nicht auf den ersten Gumpen der Sprung zu arbeiten.
00:07:12: Das rührt einem immer massiv auf einen selber zurück.
00:07:16: Also das ist verbunden mit sehr viel ... Schwierige Gefühle, Aushalte und Unsicherheiten.
00:07:23: Sie können auch immer wieder zu Fragen machen.
00:07:27: Ich habe die Anwaltsprüfung im zweiten Gumpen genommen, aber diese Zeiten dort vor- und nachher ist extrem schwierig zum Aushalten.
00:07:37: Stimmt
00:07:37: das, dass es in Zürich acht Prozent durchkommt?
00:07:40: Ist das richtig?
00:07:40: Ja,
00:07:40: ich glaube ... Es ist nicht ganz so einfach, dass Statistisch zu erfassen wird.
00:07:47: pro Jahr die Zahl erfasst werden, aber auch im einen Jahr noch in der nächsten Fertigung.
00:07:54: Ich glaube, so fünfzehn Prozent ist das Mindestens fünfzehntmal durchgeheiert.
00:08:02: Ja... Eine Scheissfreude, dass ich es am Schluss geschafft habe und jetzt zurückblicken kann auf das Erreichten.
00:08:10: Und vor allem auch, seit dreieinhalb Jahren bin ich in einem Beruf, wo ich einfach brennen kann mit allen, die ich habe.
00:08:16: Ich glaube, das vertiefen wir heute auch noch.
00:08:19: Ich rede vor allem gerne über diesen Teil.
00:08:22: Das ist super, ich muss eigentlich gar nicht noch viel anfügen bei dieser Bio.
00:08:26: Du wirst sicher noch ganz viel erzählen.
00:08:27: aber was ich schon wichtig finde, dass du ja auch ehemalige Präsidentin der Pride Zürich bist und mich jetzt auch als Gemeinsat in gemählt.
00:08:39: Ja das ist richtig... Ich hatte das Glück, als Gemeinderätin nachzurutschen zu können im letzten Sommer.
00:08:47: Auf Ende dieser Legislatur.
00:08:49: Ich war dann auch auf der Wiederwahl-Liste und wurde vollmeinander wiedergewählt.
00:08:54: Vielen Dank an diesen Stellen alle, die meinen Namen irgendwo angeschrieben haben oder die Grünpartei gewählt haben.
00:09:01: Ich muss aber an dieser Stelle gut sagen ... Jetzt, wo wir den Podcast aufnehmen, habe ich morgen mein letztes ... im Gemeindrat, weil ich mich entschieden habe diese Wahl abzulehnen und das Engagement nicht weiter zu führen.
00:09:14: Das hat viele Gründe oder viel Zusammenhang eben auch mit meinem Beruf und ich merke, dass ich so Führungflammen dabei bin und möchte gar nicht mehr reduzieren oder mein Fokus noch auf etwas anderes lenken.
00:09:32: Der Gemeinderat Zürich ist wirklich anspruchsvoll für die Prüfstätige.
00:09:37: Es ist ein sogenanntes Vierabendparlament und das verstehe ich eigentlich nicht, wie man das in der heutigen Zeit noch so machen
00:09:45: kann.
00:09:45: Das wollen wir mal so stehen?
00:09:48: Ja, aber wir können nicht alles in Stöme wechseln oder verändern.
00:09:51: Bei gewissen Momenten muss man wirklich einfach für sich selber entscheiden.
00:09:54: Mit diesen Voraussetzungen und mit dem Surrounding, wo es ist, möchte ich das oder möchte ich es nicht.
00:10:00: Und ich muss feststellen in den letzten Monaten, dass es stark meine Substanz ist, weil ich eben neben dieser ... die auserfordernende Berufstätigkeit einfach Zeit brauchen, um mich ausbalancieren.
00:10:13: Das hat gefehlt, weil diese Zeit in Gemeindrag geflossen ist und ich glaube es war auch eine Entscheidung für mich zu mir selber mit für meine Gesundheit dass ich das Engagement nicht verfolgen.
00:10:24: Aber du hast es erwähnt, Zurich Pride Festival der Verein, die in der Stadt Zürich mittlerweile einen grossen Namen hat.
00:10:31: Da war ich lange mit Herz und Zähl dabei.
00:10:35: Ich muss euch auch ehrlich gestanden, ich habe nie ganz aufgehört, das ein bisschen als mein Baby zu betrachten, mich weiterhin sehr verbunden mit der Community, mit allen Forderungen auch rechtlicher Art politischer Art, die es immer noch gibt in diesem Bereich.
00:10:51: Wie kommen wir darauf?
00:10:53: Das ist eine Schnittmenge jetzt mit meinem Arbeitswirken nämlich ... Z.B.
00:10:59: die Anerkennung von zwei Müttern, die ein Kind haben.
00:11:03: Wir haben es mit den Ehe für alle viele Gleichstellungen erreicht.
00:11:09: Aber wir sind noch so weit weg der Fährness und Gleichstellung.
00:11:15: Das Feuer hat irgendwie nie ganz aufgehört.
00:11:17: Und ich bin wieder am Liegenbeugeln dort.
00:11:21: mehr für die, die das mitbekommen haben.
00:11:25: Zurich Pride ist recht in einer Krise.
00:11:27: Man hat das Festival dieses Jahres absagen müssen.
00:11:29: Es wird nur, aber immerhin eine Demonstration durchgeführt und ich merke, dort spüre ich immer noch Energie in mir, wo ich vielleicht deutlicher spüre als zum Beispiel für den Gemeinderat.
00:11:43: Wenn man ihr sieht, lea nicht!
00:11:45: Darum muss sich das schnell kurz schildern ... Lea hat jetzt ein paar Mal darüber geredet, für was sie brennt.
00:11:53: Also ich weiss auch, du hast deine eigene Kanzlei gegründet.
00:11:56: Das ist das Neuste dafür und wir haben aber auch darüber gredet, was heisst zum Beispiel eine Anwaltsprüfung zu machen?
00:12:04: Was heisst die Polizei-Prüfung?
00:12:07: Und du hast ja wieder Mut mit Steffi Buchli drüber gereden... was es für ein Prozess ist, immer wieder neue Prioritäten zu setzen.
00:12:18: Und eben das, was du beschreibst oder zu merken, hey jetzt stimmt meine Balance nicht mehr.
00:12:22: also ich brenne zwar etwas aber fürs andere brenn' ich mehr und dann einen Abwagen hat auch viel mit Wert zu tun und dann auch Entscheidungen zu treffen und den Mut zu haben.
00:12:33: und was sie bei dir so rausgehören ist okay das brennt und das sieht man.
00:12:37: darum sage ich, dass wenn ihr das schreibt man sieht die Augen machen so bling-bling-bling.
00:12:43: Ist das etwas?
00:12:44: Wenn du diese kleine Lehre wirst, sieht man es dort schon.
00:12:49: Das Brennen, dass ich brenne für das ... Hast du als Kind das so gespürt?
00:12:55: Das ist eine gute Frage!
00:12:56: Ich glaube, ich habe immer eine positive Lebensenergie in mir gehabt und schon auf dem Pausenplatz konnte ich nichts aushalten.
00:13:08: wenn man ungerecht war.
00:13:10: Wenn es so Situationen gab, die irgendwie ... Das kennen wir alle.
00:13:15: Dass irgendjemand das grauen Müsli liebevoll von anderen irgendwie ... Abgemacht wird oder Situationen, die dann fünf auf eine gehen.
00:13:26: Das habe ich nie verbutzt.
00:13:27: Da bin ich immer angestanden, egal wer diese Person war.
00:13:31: Ich fand manchmal auch selbst nicht sympathisch, aber die Art und Weise habe ich einen No-Go gefunden.
00:13:36: Ich glaube dort hat man vielleicht schon in Ansätze gesehen was nach meiner beruflichen Werte ging.
00:13:43: mich sehr dafür interessieren, mich für Gerechtigkeit einzusetzen.
00:13:48: Wir haben immer wieder Gedanken machen, was das ist überhaupt.
00:13:51: Ich komme dort immer mehr jener zu der Antwort, dass es wirklich vor allem auch um Chancengerechtigkeit geht und Fairness.
00:13:59: Wie gehen wir miteinander um?
00:14:01: Wir haben alle nicht die gleichen Voraussetzungen und die gleichen Gaben und die gleiche Schwierigkeiten und Hürde im Leben.
00:14:07: aber mir geht es sehr stark darum, dass wir in einer Gesellschaft sind für das stützen, aneinander handbüten, um alle die gleichen Chancen zu ermöglichen.
00:14:21: oder vielleicht ist das fast schon ein bisschen zu weitgegriffen.
00:14:24: Ich glaube ich komme an einen Punkt, wo ich sage es gibt gar nicht für alle die gleiche Chance, das ist eine Realität.
00:14:29: aber dann ist es mir erst recht wichtig mich dort einzusetzen, in dem ich sehe dass Menschen nicht die gleichen Möglichkeiten haben.
00:14:41: Wie kann ich helfen?
00:14:44: Zur Wirksamkeit ist mir etwas Wichtiges.
00:14:47: D.h.,
00:14:47: für dich fern ist das gleiche Recht für alle, oder du arbeitest jetzt sehr.
00:14:53: Du bist ja als Rechtbunden in deiner Arbeit.
00:14:56: Verstehe ich das richtig und mag es ausführen.
00:14:59: Wenn man noch nie einen Anwältin braucht, weiss man vielleicht gar nicht so genau ... Man weiss, wenn es eine Scheidung gibt, braucht man ein Anwältein.
00:15:08: Oder wenn ich beklaut werde Ja, oder dann gibt es die heftigen Fälle.
00:15:13: Die Gerichtsprozesse und so... Aber wenn du jetzt siehst, Fairness ist dir wichtig und hat quasi gleiche Chancen für alle.
00:15:21: Also was bedeutet das in der Anwaltskanzlei?
00:15:25: Also zuerst einmal finde ich immer recht statt, wo wir ja zum Glück sind, dass die Grundlage unseres Zusammenlebens sind.
00:15:34: Das sind die Regeln, die aufgestellt werden, möglichst demokratisch gemacht.
00:15:39: im Diskurs erarbeitet, aber halt immer auch historisch geprägt.
00:15:42: Historisch gewachsen und veränderbar.
00:15:45: Das habe ich immer ganz wichtig gefunden.
00:15:47: Thema für alle, die meine erste Freundin am GIMI damals hatte, hat man noch niemals Partnerschaftsgesetz gehabt.
00:15:55: Es war wegen dieser Möglichkeit wirklich den gleichen Familiennamen zu tragen, miteinander zu heiraten, sich absichern.
00:16:03: Und heute sind wir ganz am anderen Punkt, sechs oder zwanzig Jahre später.
00:16:07: Das hat mich schon immer fasziniert.
00:16:10: Gleichzeitig habe ich auch so eine kleine Anarchistin in mir drin und finde regeln manchmal etwas ganz Dummes, dann finde ich es spannend, wie kann ich die Umgang?
00:16:23: Oder wenn ich diese Umgang ... Was kann mir denn passieren
00:16:27: etc.?
00:16:28: Aber recht ist.
00:16:31: der Dreh- und Angelpunkt natürlich auch von meiner Arbeit.
00:16:36: Der Bezug zu Fairness ist, glaube ich, der, dass es eine Utopie ist.
00:16:43: Es ist Richtwert und Utopia gleichzeitig, dass unser Rechtssystem fair sein sollte, dass unsere Regeln gerecht sein sollten.
00:16:51: Was ich im Alltag erlebe – und ich begleite sehr viele Frauen Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind.
00:16:59: an dieser Stelle vielleicht auch eine Triggerwarnung, wenn ich jetzt mehr über das Thema redet.
00:17:04: Das Menschen, die vielleicht gerade sensibel sind auf das nicht möchte weiterlosen, an der Stelle sagt es hier den Hinweis dafür.
00:17:15: Ich erlebe viele Menschen, mit denen etwas ganz Schlimmes erlebt haben und sehr viel Ungerechtigkeit erlebt haben in Form von schweren Gewaltdaten beispielsweise ... Ich kann als Rechtsanwältin eine Begleiterin sein.
00:17:31: In den rechtlichen Prozessen, die aller Wenigsten sind in einem Strafverfahren zum Beispiel je involviert gewesen und für diese ist das dann etwas ganz Neues.
00:17:43: Wir müssen mit einer Staatsanwaltin zu reden, sich befragen lassen, sich dem Prozess im Ganzen auszusetzen ... Da bin ich ein Begleiterin und glaube, auch hier wirklich einen Mehrwert zu arbeiten.
00:17:59: Mit diesen Frauen durch das Tours zu gehen.
00:18:03: Mich dafür einsetzen, dass ihre Rechte gewahrt werden.
00:18:07: Als Beispiel haben Opfer von einer Straftat, also die Opfereigenschaft ist eng definiert.
00:18:13: Das ist mir dann, wenn man in den ängsten Persönlichkeitsrechten verletzt wurde, nicht jedes ... Jeder Mensch, der
00:18:23: z.B.,
00:18:26: wenn dir etwas gestohlen wird, dann bist du im Alltagsverdiener auch Opfer von einem Liebstahl.
00:18:33: Aber das ist nicht im rechtlichen Sinn.
00:18:35: Das bist nur dann, wenn in deiner sexuellen oder körperliche Integrität verletzt werden.
00:18:43: Und die Opfer haben speziell recht gemäß unseres Gesetzes.
00:18:47: Beispielsweise wissen wir nicht, wie der Täter gegenübergestellt werden muss und Befrugungssituationen in Übertragisswählen zu können.
00:18:55: Stattfinden
00:18:56: etc.,
00:18:56: man hat aber auch die Möglichkeit, Schadenersatz genug durch einzuklagen von dem, den ich verletzt habe.
00:19:02: Für das bin ich hier.
00:19:03: Das ist der Tätor, an dem ich mich ins Fach wisse.
00:19:06: Im Gegensatz zu ... Diese Frau, die ich begleite und das vielleicht zum ersten Mal durchmache, mache ich täglich.
00:19:13: Und hier kann ich glaube ich eine wertvolle Stütze sein, um im allerbeste Fall ein bisschen Gerechtigkeit zu erreichen.
00:19:19: Aber ich sage auch ganz ehrlich, dass ist wie gesagt auf der Utopie.
00:19:26: Ich habe jetzt eigentlich ganz viele Fragen.
00:19:28: Also das eine ist schon persönlich, wie du damit umgehst, aber bevor wir dort angehen.
00:19:33: Es ist ja schon ein Thema, ich kann zum Beispiel auch die Opferberaterin Agotha Lavoyer interviewen.
00:19:41: Rape Culture ist ein Thema bei Verrückungen in den Polizei, so Gerichtsverfahren oder was du schilderst, dass das Opfer eigentlich nicht im Täter gegenübergestellt werden.
00:19:53: Da läuft aber ganz viel, auch schief und ohne dass wir jetzt von unsichern bei der Zuhörerin ... Was?
00:20:02: Aber gleich halt auch realitätisch und ein Fakt, magst du da etwas aus deiner Sicht zu sagen?
00:20:09: Ja ich kann an dieser Stelle wirklich nur empfehlen sich unbedingt Hilfe zu holen.
00:20:14: Wenn man betroffen ist von Gewalt oder etwas Schlimmes erlebt hat dann ist mein erster und wichtigsten Tipp nicht alleine mit.
00:20:24: Gehört euch Hilfe geholt!
00:20:26: Es gibt wunderbare ... Anlaufstellen, Opferhilfen stellen, egal wo ihr wohnt in der Schweiz.
00:20:32: Sie
00:20:32: gehen übrigens in den Show-Node nach Linken?
00:20:35: Sehr gut!
00:20:36: Das ist ein Klick weniger diesen Fall oder eine Google Suche weniger.
00:20:40: Es gibt ganz viel... Unentgänzlich arbeiten.
00:20:43: die, also für die, die raten suchen ist es gratis.
00:20:47: Es ist anonym und man muss keine Angst haben, dass wir irgendwie gegen den eigenen Willen in einen Strafverfahren zum Beispiel hineinpresst wird.
00:20:55: im Gegenteil.
00:20:56: Dort sind einfach Personen, die damit umgehen können, die zugelassen können.
00:21:02: Das nicht alleine bleiben ist ganz, ganz ein wichtiger Schritt.
00:21:05: Weil an dem Moment, wo man nach einem Finger oder einer Hand greift, kann ich euch versprechen, dass es ganz viele andere Hände gibt, die dort drinnen sind und mit Angeboten hier sind, die euch stützen können, helfen können – und eben eine davon kann ich sein!
00:21:22: Oder eine andere Rechtsanwältin, die auch über die Opferhilfe stellenden Grundsätzlich mal eine gratis Beratung in diesem Sinn anbietet?
00:21:31: Man muss keine Angst haben vor hohen Anwaltskosten, mindestens erste Beratungen sind entdeckt von der Opferhilfe und der Soforthilf.
00:21:39: Und durch das alleine kommt man häufig zu so viel mehr Informationen.
00:21:44: Man kann eine Auslegeordnung mit einer Rechtsanwälte machen und findet dann vielleicht heraus, was man machen kann oder was die Konsequenzen wären, wenn man zum Beispiel einen Strafvertrag übermacht.
00:21:55: Oder aber eben, wenn es schon im erlaufenden Prozess ist als Beispiel ... die dann die Polizei vor Ort kommt, wird auch manchmal gegen den Willen von einem selber eine Strafe fahren angestoßen.
00:22:09: Gerade wenn Kinder involviert sind, geht es darum zu schauen, ob man da jemandem schützen muss.
00:22:16: In der Erdnungen-Fälle bin ich häufig ... Dann komme ich innen und kann die Person, die geschädigt ist, Opfer ... Begleiten, beraten und mich dafür einsetzen, dass die Rechte wahrgenommen werden, dass es korrekt läuft.
00:22:35: Aber am Schluss ist das immer ganz stark der Wille dieser Person, die vorgibt, was man macht.
00:22:42: Das ist auch mein Ansatz so, wie ich arbeite.
00:22:45: Ich erzähle nicht den Frauen, was jetzt das Beste für ihre Situation ist, sondern ich lasse zu.
00:22:52: und zeigen auf, was Möglichkeiten sind.
00:22:57: Auf Grundlage einer guten Information hoffe ich, dass meine Mandantinnen entscheiden können, was für sie am besten ist.
00:23:06: Und dort begleite ich sie dann!
00:23:08: Mara und ich haben einmal ein Volk gemacht, zwei Gespräche darüber geredet.
00:23:13: Was hilft uns in der Krise?
00:23:15: Da haben wir unter anderem gesagt immer Optionen prüfen, also Plan B, C, D, E und F Und ich finde das Bild, was du zeichnest Leia wahnsinnig starkst mit diesen Händen.
00:23:28: Ich erlebe im Inneren Arbeit oft eine von den ersten Personen, die z.B.
00:23:33: vom Übergriff erfährt.
00:23:36: Oder ist es mir wahnsinnig wichtig, sofort die Anlaufstellen bereit zu haben und ermutigen?
00:23:45: Und was ich auch wichtig finde, ist, dass Sie das recht mal kennen.
00:23:51: Es gibt eine Art, wie ein Rahmen ... Ich habe so einen Bilderrahmen.
00:23:56: Das heisst ja noch nicht, wenn man es kennt, muss man in dem Rahmen schon in die Handel kommen.
00:24:02: Nein, ganz genau!
00:24:04: Es ist auch ... Hey, du kennst dann eben genau diese Optionen.
00:24:10: Und das kann dir wie etwas eröffnen – ein Bild?
00:24:16: Du kannst auch zuwarten mit diesen Schritten, die im Bild sind ... Das ist
00:24:21: genau etwas, was ich ganz wichtig finde.
00:24:24: Ich erlebe oft, dass Menschen ... die Informationen entgegenehm werden und nach einem Monat oder sogar Jahren in einer gewaltvollen Beziehung verbleiben.
00:24:36: Das ist eine Erfahrung, die ganz viele Opferberaterinnen auch kennen – das frustriert als Außenständig, gerade als Fachperson häufig massiv.
00:24:45: Da kann ich schnell von meiner Rolle als Polizistin erzählen.
00:24:48: Du drehst innerlich durch, wenn du zum vierten Mal an die gleiche Adresse ausrückst und weisst in dieser Adresse oder bei diesen zwei Menschen.
00:24:57: Beispielsweise hat es schon x-mal geklöpft, häufig oder manchmal auch in kurzen Abständen.
00:25:03: Und als Polizistin ... Als Polizisten würde ich das manchmal streifen.
00:25:07: Nein!
00:25:08: Jetzt müssen wir wieder zu denen.
00:25:09: Also was ist denn dort?
00:25:10: Dann kommt automatisch so dass ... Ja nein, aber wieso geht sie dann nicht?
00:25:14: Wieso verlässt sie ihn nicht?
00:25:15: Oder das gehört auch viel... Das ist auch ein innerer Dialog, das viele Frauen in so einem Moment führen.
00:25:22: Und ich finde es ganz wichtig, hier wertfrei zu bleiben und zu akzeptieren, dass es offenbar in dieser Situation stärkere Gründe gibt zum Bleiben beispielsweise als der eigentlich vermeintlich bessere Weg zu nehmen vom Gehen.
00:25:38: Ich respektiere total, dass da ganz individuelle Abhängigkeiten gibt, die man manchmal einfach nicht sieht Und ich finde es unwichtig, dass man eben auch diesen Menschen die Hand reicht und aber dann auch die Geduld hat oder sich so weit wieder lösen kann.
00:25:57: Ich will dieser Person jetzt helfen, dass wir das Individuum akzeptieren.
00:26:02: Ich kann sich letztlich zuerst nur selber helfen, indem sie den Schritt ausmacht und die Hand greift.
00:26:08: Und da gehört es dazu, dass das Bild, der Rahmen in dem du beschrieben hast, Sarah, manchmal auch an der Wand kann imaginär hängen.
00:26:17: Die Person kann das immer wieder anschauen.
00:26:20: Irgendwann wird der richtige Moment hier sein.
00:26:22: Und ich kann jede Person einfach nur ermutigen ... In so Momenten muss man das, was bei euch immer wieder ein Thema ist.
00:26:30: Ich hoffe der Podcast treibt dazu dabei, nicht in gewaltvolle Beziehungen zu bleiben oder in Situationen zu bleiben, die man merkt, dass es mir nicht gut tut.
00:26:41: Ich werde vielleicht sogar verletzt, psychisch oder physisch und also den Mut haben euch jemandem anvertrauen.
00:26:48: Wir nehmen auch in die Show Notes Anläufestellen, nicht noch Opferberatungsstellen ... sondern auch weitere Beratungsstellen zum Beispiel zu finanziellen Abhängigkeiten, weil das ist ja sehr oft ein Thema oder eben auch ein Thema Familienrecht.
00:27:03: Aufenthaltsrecht hat natürlich auch sehr viel daran, dass Frauen sehr grosse Ängste haben, oder?
00:27:09: Ich habe nicht schon so oft gehört, nein ich kann nicht gehen!
00:27:12: Ich kann mich das nicht leisten, ich verliere meine Kinder und so weiter... Und ich finde es mega wichtig, dass du das sagst.
00:27:19: messig vielmals
00:27:21: Ja, das ist wirklich so.
00:27:22: Das ist auch meine Realität, dass ich häufig diese Menschen nicht nur im Strafprozess begleiten, sondern eben auch unterhaltsgeklagen.
00:27:31: Ehe-Schutzverfahren, Scheidungsprozesse mit diesen Menschen durchmachen, weil das genau auch so.
00:27:40: Koabhängigkeiten sind in der Regel vor allem wenn Kinder hier sind
00:27:44: Und was ja dort auch immer wieder ist, sind hoche emotionale Geschichten.
00:27:50: Das gehört eich der Name und das Recht hat ... Das ist sehr sachlich oder?
00:27:57: Wie würdest du das auch sagen?
00:27:58: Es ist sachlich.
00:27:59: Manchmal ist es grausig kalt, oder?
00:28:01: Ja
00:28:02: und gleichzeitig ist in dem auch eine Chance.
00:28:05: Gerade bei so einem Konflikt wie Scheidungen oder wenn es um Kinder geht.
00:28:12: Seht ihr das
00:28:13: auch so?
00:28:13: Ich sehe es auch so, dass es auch hier wieder ganz wichtig ist diese Informationen zu haben und sie auf eine Sache einzuholen.
00:28:21: Das hochgradige Emotionalen.
00:28:24: Dass man damit manchmal ... eine gewisse Distanz arbeiten kann zwischen den Menschen und dem Problem.
00:28:34: Das ist meine Rolle, ich bin nicht Therapeutin oder Sozialarbeiterin.
00:28:39: Ich schaue möglichst sachlich darauf an und erkläre, was die Hard Facts sind, die Härtenmöglichkeiten und das sind häufig leider nicht einfach nur schön und gut.
00:28:52: Beispielsweise ein Training ... Wenn man gemeinsam ein Kind hat, heisst immer auch einen zweiten Haushalt zu finanzieren.
00:28:59: Häufig hat man zu wenig Geld zum Zweihaushalt vollständig ausgestattet.
00:29:04: Das heisst es geht immer auch mit finanziellen Notlagen unter Umständen.
00:29:11: Und das sind nicht schöne Situationen.
00:29:14: aber gleich glaube ich auch die Versachlichen können helfen den emotionale Loslöseprozesse letztlich durchzumachen?
00:29:25: Jetzt
00:29:28: gibt es aber auch viele Situationen, die du vielleicht selbst als ungerecht empfindest.
00:29:35: Tagtäglich mehrfach.
00:29:37: Weisst
00:29:37: du wie geht's mit dem um?
00:29:38: Wenn ich mir jetzt vorstelle ... Scheidungen oder Gewalt, sexualisierte Gewalt usw.
00:29:49: Und wie merkst du, sind dann auch ... Die Hände bunden quasi von der rechtlichen Seite her.
00:29:54: Vielleicht gibt es zu wenig Beweise oder so weiter?
00:29:57: Ja, das ist
00:29:58: ein grosser Teil meines Jobs bedeutet für mich selber auch Frust auszuhalten.
00:30:03: Ich habe gerade vor allem diese Prozesse vor mir, die ich Opfer von Sexualen ... Straftaten begleiten und wir alle an diesem Tisch wünschen zu certainen Täter nur die härteste Verurteilung.
00:30:17: Wir wünschten den Opfer höchste Genugtuungszahlungen als kleinstens Minimum, nicht mal das können wir häufig über ein Ischleider so wenn er die Statistiken anschaut.
00:30:28: es werden extrem wenig Täter effektiv verurteilt.
00:30:33: Das bedeutet immer auch, dass es ganz viele Opfer gibt, die nicht zu dieser Gerechtigkeit kommen, die recht für sie spricht und sagt, du bist Opfer.
00:30:44: Wir anerkennen dich als Opfer, wir zahlen dich fair als Opfern und wir verurteilen den Täter.
00:30:49: Das ist ganz häufig eine ausbleibende Erfahrung für ganz viele opferen.
00:30:54: Zeigst du den Täter?
00:30:56: Ja, ich schende er nicht.
00:30:59: Wenn wir in der Thematik gewaltdelikt sind ... Natürlich habe ich jetzt korrekt, wie man immer ist zu sagen, dass es umgekehrt gibt.
00:31:09: Ich würde das gar nicht verharmlosen.
00:31:11: Ein Mann kann genau so eine schreckliche Sache erleben und genau bezeichnen werden von einer Straftat.
00:31:19: Das ist für mich ... Ausser Diskussion, aber ich glaube die Mehrheiten und die glasklare Zahlen zeigen uns das Hauptproblem.
00:31:29: Oder die Mehrheitserfahrung ist weiblich auf der Opferseite und Männer auf der Täterseite.
00:31:35: Und
00:31:35: Männer werden auch sehr oft Opfer von anderen Männern?
00:31:39: Ja, das ist ein Punkt.
00:31:41: Die schweren Gewaltstraftaten, die es gibt bis zu Messerstärkern, eine schwere Körperverletzung ... Das sind oft auch viele Fälle, die in Zürich beispielsweise im Ausgangsviertel stattfinden.
00:31:57: Wenn alle betrunken und auf Drogen sind ... Sollte
00:31:59: Polizei das wahrscheinlich auch öfter nehmen?
00:32:01: Da kommen oft auch Männer.
00:32:03: Dann drunter, das ist wirklich so.
00:32:06: Aber wie gehst du gleich ... Weisst du?
00:32:07: Du bist ja sehr ein optimistischer Mensch, als ich dich schon kennengelernt habe und einen witzigen offenen Mann.
00:32:14: Und ich hab das Gefühl, du bist so... Ich kenne in meiner Arbeit auch Prozesse, wenn du dich sehr fest mit Gewalt beschäftigst, ganz viele weibliche Opfer interviewt haben, dass ich manchmal Gefasern hatte, die ich nicht mehr gut durch die Strasse laufen konnte und mega wohlwollende Männer gegen ... und merke, dann reflektiere ich mich natürlich schon dort drin auch, dass die Aufhänge nicht zu verlieren.
00:32:39: Aber wie machst du das?
00:32:40: Humor ist bei mir ein ganz wichtiges Ressourc, in dem ich mich immer wieder rauserziehe.
00:32:46: Oder Stimmung für mich selber auflockere, aber natürlich im privaten Kontext dann.
00:32:52: Dort, wo es Lockerheit auch möglich ist und nicht unbedingt im beruflichen, wobei auch dort.
00:32:58: Wenn ich meine Mandantinnen begleite, versuche ich das sehr menschlich zu machen.
00:33:04: Es gibt für mich nichts schöneres als leichte Moment mit einer Klienten.
00:33:11: wenn sie sehr angespannt mit mir vor einem Gerichtshall warten, darauf, dass sie gleich befragt wird.
00:33:16: Wenn es dann einen kurzen Lacher geben kann oder etwas entspanntern, ist das ja noch so schön.
00:33:21: Aber natürlich nur sehr bedingt möglich.
00:33:25: Wie gehe ich damit um?
00:33:26: Ich glaube ... Ja, die Prüfe, die ich bis jetzt ausgegeben habe, bringen mit sich, dass wir immer wieder Dringend muss darüber reflektieren, was das mit einem macht.
00:33:39: Bei der Polizei-Arbeit habe ich gemerkt, es ging mir viel zu nahe.
00:33:44: Ich konnte vielleicht nicht alles immer gut verarbeiten.
00:33:49: Das ist auch ein Phänomen, dass man das im Nachhinein häufig feststellt.
00:33:54: Ich habe gemerkt ... Dass es ganz wichtig für mich persönlich ist, einen Ausgleich zu haben und einen Ballas.
00:34:04: In mir zu finden, bei mir hat es sehr viel mit Sport und gesunden Beziehung gepflegt.
00:34:10: Wenn ich einen Boden habe, den ich dann wieder draufstehen kann ... Und wenn der fehlt ist das auch aus anderen Schwierigkeiten.
00:34:17: Aber was ich noch fast die interessantere Frage finde, sind wie gehen die Betroffenen von Gewalt damit um?
00:34:27: Wie finden sie wieder zur Ressource Möglichkeit von Blühen.
00:34:35: Das ist ein Anliegen, das ich sehr mit Visionen verfolge und Gedanken spiele.
00:34:42: im Moment habe, etwas in diese Richtung mitzuentwickeln, die ich Wienernarten Safe Space für Betroffene von Gewalt arbeiten möchte.
00:34:52: Ich kenne sehr viele davon – meine Klientinnen ... Sie machen oft sehr ähnliche Erfahrungen.
00:35:01: Ich weiss aber, dass sie sich selbst so fühlen als wären es die Einzigen, die das je passieren würden oder die einzige, die so dumm war, um noch zu bleiben.
00:35:08: Oder jetzt mit der Worte von Klientinnen.
00:35:10: Dann sozusagen ... Ich denke dann mal einmal so, ich würde ihn mega gerne zusammenbringen!
00:35:18: Oder wenn sich Fälle oder Persönlichkeiten sehr ähnlich sind.
00:35:24: Die zwei müssen zusammenhucken, weil ich eine Stärke drin sehe und so eine Ressource gegenseitig im Austausch zu sein, die Geschichten teilen.
00:35:36: Das ist natürlich hochsensibel, denn jemanden, der schwere Sexualstraftater lebt hat, spricht nicht.
00:35:45: einfach so mit jemandem über den schlimmsten Detail.
00:35:49: Mit mir redet es darüber, ich kenne diesen Detail dann und ich denke manchmal, dass ich Ihnen noch mehr Möglichkeiten wünsche, sich wie zu vernetzen mit anderen Betroffenen.
00:35:59: Im Übrigen habe ich nicht die Vorstellung, Wie bei einer Selbsthilfegruppe, die die Hände heben und sich nur von den erlebten Daten erzählen.
00:36:08: Natürlich nicht!
00:36:10: Ich würde gerne einen Raum gestalten, dass das Begegnung möglich ist aber vor allem ein Empowerment stattfinden soll... die sie wiederum selber entscheiden, was es ihnen gut tut.
00:36:21: Ob es dann zusammengehen kann, Batman zu spielen oder Gobiom-Liebflücken oder das Patriarchat in der Luft zu zerreißen.
00:36:28: Da bin ich dann total offen!
00:36:29: Aber das ist so etwas, was ich gerne mitentwickeln würde.
00:36:33: Vielleicht gibt es hier Zuhörerinnen und Zuhörer, die eine Idee richtig mithalten können?
00:36:39: Oder sich bei mir mal melden und wir brainstormen, wie man das entwickeln
00:36:44: könnte... Ich tue auch gerne mit den Brainstormen.
00:36:46: Es berührt mich sehr fest.
00:36:48: Ich glaube, dass der Mut zur Verletzlichkeit Verbindung möglich macht und die Scham nimmt und Schuld nimmt.
00:36:59: Ich beobachte in meiner Arbeit nach wie vor, dass diese Schuld und diese Scham so unglaublich tief sitzen.
00:37:09: Und ich habe auch in meinem eigenen Leben bei Übergriff, das ich erlebt habe ... einfach auch selber erfahren, wie ganz schnell die Frage kommt.
00:37:17: Wie konnte das mir passieren?
00:37:19: Wie bin ich in diese Situation gekommen?
00:37:22: Wieso habe ich es nicht früher gemerkt?
00:37:25: Ich hätte doch sollen und bin auch feministisch erzogen worden.
00:37:30: Das sind solche Aussagen, die ich immer wieder gehören und auch merke in meiner Arbeit, aber auch im Umfeld, dass Frauen daran hindertrechtliche Schritte haben.
00:37:41: Einzuleiten, die Hand zu Nähe der Nacht zu fragen.
00:37:46: ... so beschämt sind.
00:37:50: Und wir kennen jetzt alle, die schon muss diese Seite wechseln... Aber ich glaube wenn man darüber spricht und das interessiert mich ganz fest in meiner Arbeit ist es auch mit der Alltagstransferung.
00:37:59: Das eine ist ja das Muss!
00:38:00: Genau wie machen sie dann?
00:38:01: Wie machen
00:38:02: sie denn?
00:38:02: aber was heisst das ganz ganz konkret?
00:38:05: Ich glaube dass was du jetzt sagst wären konkrete Schritte nämlich noch viel mehr vernetzen und verbinden weil was dann passiert ist zu merken okay Aha, ich auch.
00:38:21: Und alle haben die Schuld und die Scham.
00:38:24: Dann kann es ja gar nicht nur individuell an mir liegen und nur ich muss noch mehr an mir arbeiten.
00:38:32: Sondern wir können uns verbinden!
00:38:34: Ich
00:38:35: habe eben eine Idee, dass es nicht nur die Schame muss, sondern die Zeit zu wechseln.
00:38:42: können wir auch zerstampfen, zertremmen.
00:38:44: Ich leiteilig verhocke miteinander ... Dann wird es einfacher sein zu tragen und zu verteilen.
00:38:50: Es ist wie ein Pulfergleich auf der Handfläche.
00:38:55: Und weg ist das!
00:38:56: Also ich weiss eben genau, es ist so eine schöne Vorstellung.
00:38:59: Wir wissen alle, dass es unfassbar schwierig ist.
00:39:02: Ich weiss nicht von heute auf morgen Zerstampf zu Pulver ist.
00:39:08: Aber ich glaube ganz fest, Miteinander reden, wenn wir unsere Erfahrungen teilen.
00:39:16: Gerade die schambehafteten Themen miteinander ausbreiten in einem sicheren Raum, wo wir wissen, alles passiert ihnen nicht.
00:39:25: Dann glaube ich hat das eine unglaubliche Kraft im Kollektiv ... Stück für Stück mit einem Pickel zu verkleinern.
00:39:35: Und nachher, was mit den kleineren Stückchen der Scham passiert, können wir dann auch noch offen lassen.
00:39:39: Die einen rollen vielleicht zu teuer aus und die anderen schmeißen wir aktiv aus dem Fenster in die Limit.
00:39:44: Die dritten kommen zerstampfen zum Pulver und wegatmen und nicht zählen.
00:39:50: hoffentlich rühren wir auch ein Stein auf die andere Seite, die sie nämlich verdammt nochmal angehört.
00:39:55: Ja, und dort werde ich noch ... Ich kann
00:39:58: es gerne
00:39:59: sagen.
00:40:00: Aber es holt
00:40:01: mich natürlich
00:40:01: auch voll ab.
00:40:03: Und ich finde es so wichtig, dass man das will.
00:40:06: Ich glaube im Prozess oder auch von Selbstermächtigungen oder sich auslösen, ausserbeziehen wie du jetzt geschildert hast gehört ganz ja fest dazu, dass wir überhaupt einmal erkennt in was man ist und was man erlebt.
00:40:20: Und das ist ja auch ein Grund, wie man so schwer aus dem Ausrund ist.
00:40:24: Dass man ja ganz
00:40:26: lang
00:40:26: ... Es ist sehr oft nicht so klar.
00:40:30: Es ist nicht einfach, dass eine Frau von einem Mann abgeschlagen wird und sie im Gesicht blühtet.
00:40:35: Dann kann man sagen, es ist ja sehr oft und dann nehme ich im Fall auch queere Beziehungen nicht aus.
00:40:42: Das ist psychische Gewalt.
00:40:46: sogenanntes Gaslighting, Absprechen von deiner Wahrnehmung, Verträgen, Beschämungen.
00:40:51: Ganz oft
00:40:52: schlichte Prozesse?
00:40:53: Ja, ganz schlichtende Prozesses bis du eigentlich gar nicht mehr weisst wer du bist und die Macht über dich selber und deine Handlungen total verliere.
00:41:03: Das gibt so ein mega gutes Bild davon dass man so geschüttelt wird.
00:41:08: Dann wird man wieder mit Liebe umarmt und immer schneller.
00:41:15: Am Schluss weist du wieder, was oben und unten ist.
00:41:18: Ich glaube es ist wichtig, einerseits fürs Verständnis, andererseits auch zum Verbindungsfreum arbeiten zu können.
00:41:25: Aber auch zum Erkennen, dass da drin die Scham so stark ist und dass das mega Machtinstrument vom Patriokat ist.
00:41:33: oder wenn man es weniger abstarkt ... Ich würde sagen wirklich von diesen Beziehungen.
00:41:38: Und wenn man das erkennt und kann benennen, ist schon ein Mega-Schritt gemacht?
00:41:45: Ja, dass wir immer wieder darüber reden, nicht unbedingt nur für sich selbst einen Wort zu finden.
00:41:51: Vielleicht finden ja die anderen auch für eine.
00:41:54: Nur schon einen Aussenblick ... an einer Frau bestätigen.
00:41:58: Das ist gerade eine mega schwierige Situation.
00:42:01: oder ja, wir sehen deine Kobhängigkeit oder so.
00:42:04: Ich glaube allein das... kann es ein Enabler sein, also das Unterstützen.
00:42:09: Und dann natürlich das, was du schildert hast zu erleben, dass es anderen auch so geht?
00:42:14: Das heisst ich bin ja nicht alleine.
00:42:16: Es ist nicht individuell, sondern es ist ein Machtinstrument, der viele erlebt hat oder?
00:42:21: Ja und was dort auch ist, ist ja ganz viel und ich habe das auch selber erlebt.
00:42:26: Wir erleben als Frau oft dort Gewalt, die man sie wirklich gar nicht erwartet.
00:42:31: Nämlich in den Partnerschaften bei Menschen, die uns näher sind.
00:42:35: Und dann, wenn das ja passiert, geht die Abgrund auf.
00:42:39: Weil
00:42:40: das Verhalten der Mensch zeigt passt null zu dem, was man sonst kennt.
00:42:46: Das ist wie im Schock.
00:42:47: Genau!
00:42:48: Das ist ein Abgrund.
00:42:49: und da weiss man aus der Psychologie, dass Menschen den Abgrund verdrängen können, sie negieren können auch selber sich nicht mehr glauben.
00:43:01: Sie bringen es nicht zusammen.
00:43:04: Und wenn nachher der Mensch wieder nett ist, dann geht den Abgrund weg.
00:43:09: Und ich habe selber, wo mir so einen Abgrund begegnet ist, meiner besten Freundin angeläutet, weil ich spürte, jetzt ist mir gerade ein Abgrundbegegnet, das ich weggen kann.
00:43:22: Ich habe ihn angeläutert und musste ihm etwas erzählen, was passiert ist.
00:43:26: Weil ich weiss nicht ... noch einen Tag später den Mut zu haben.
00:43:32: Und das ist so gut, dass ich es gemacht habe.
00:43:34: In diesem Moment musste ich jetzt handeln.
00:43:37: Ich glaube über den Mut kommt man in die Handelung.
00:43:39: Genau!
00:43:40: Was ich aber glaube und was eben möglich wird, wenn du deine Vision umsetzen könntest, Lea... ...und darum kann ich wirklich hören, bitte, bitte macht das.
00:43:49: Es ist auch, dass wir zusammen die Abgründe wie ... Ich habe das Bild, wenn jeder muss den Abgrund alleine tragen.
00:44:00: Dann ist die Zeit
00:44:04: so oben.
00:44:04: Mit dem Abgrund verbinde ich auch eine Brücke darüber
00:44:07: zu bauen
00:44:08: und es gibt schon so viele Brücken, wo andere drüber gelaufen sind.
00:44:11: Genau das stelle ich mir immer wieder fest, dass jede Frau wieder wie bei sich selbst für sie muss anfangen Weil ihr Leben die Brücke noch nicht da ist.
00:44:20: Genau!
00:44:21: Ich finde es sehr schön, wenn man eine Hand an der Hand nehmen könnte, als das bis heute schon möglich ist, um über diese gemeinsamen Brücke zu bauen oder wo andere bauen hat, ein Stück weit darüber zu laufen und manchmal auch vielleicht dann zu erkennen ... Der Abgrund ist gar nicht so tief.
00:44:42: Man fällt gar nicht ins Boden los, sondern das sind andere Menschen oder andere Netzwerke, die einen auffangen können und auch Hilfesysteme um sind, die wir alle kennen.
00:44:55: Aber genau das ist ja auch ein Problem, dass es wahnsinnig viele Hürden gibt zu diesen Hilfsystemen doch immer noch.
00:45:05: Es gibt leider immer noch viele Frauen, die in sehr beengten Verhältnissen vielleicht nicht mit der Sprachfähigkeit hier sind oder andere Formen von Hürden zusätzlich haben.
00:45:19: Und dann müssen wir ja helfen.
00:45:21: Das sind diejenigen, die mir das Angebot zeigen muss.
00:45:25: Also auch wieder nicht Matriarchal denkt ich muss sie geritten gehen, sondern ich wünsche mir ... dass so Menschen Zugang zu diesen Informationen, zu den Helversystemen bekommen, die es gibt und dann zeigen, wie man diese nutzen kann.
00:45:40: Das ist eine grosse Motivation bei mir.
00:45:45: Ja, da sprichst du ja auch etwas sehr Wichtiges an oder?
00:45:48: Und das ist auch das Thema Inklusion.
00:45:52: Abhängigkeit bei gewissen Menschen stärker ist als bei anderen.
00:45:57: Oder eben die Hürde nachher auch grösser?
00:45:59: Sagt das jetzt sprachlich, kulturell aufgrund einer Behinderung oder weil man in einer Gruppe einfach die Scham noch größer ist?
00:46:07: Ja genau und ich denke manchmal wissen wir vielleicht von ganz vielen gar nicht, wo der Zugang irgendwie fehlt ... Ich weiss jetzt nicht mal ein Beispiel, ich vermute mal wenn man rauf ... Geberte-Dolmetschung angewiesen wäre, ist es nicht leicht, einen Termin bei einer Opferhilfe abzumachen?
00:46:27: Das ist genau das, was du sagst.
00:46:29: Es ist in Zürich, dass vom Kanton Züri die Opferberatungsstellen mega dem Thema dran sind.
00:46:34: Vor allem auch für Menschen mit kognitiven Behinderungen.
00:46:37: Zum Beispiel Informationen in einfacher Sprache und in lichter Sprache.
00:46:41: Und natürlich Sensibilisierung.
00:46:43: Denn sehr oft wird ja auch nicht gelaubt oder ... Denkt an den Menschen, wie die Fähigkeit gar nicht in die Situation einzurten.
00:46:54: Das ist sicher übertrieben oder so?
00:46:57: Ja und das sind wir gerade wieder beim Thema ... Was kann Politik nehmen?
00:47:01: oder was muss Politik nehmen?
00:47:03: Weil ich glaube, auch hier gibt es leider sehr viele in der Schweiz, die das Gefühl haben.
00:47:07: Ja man macht ja genug für diese Frauen und Gleichstellungen und Opferberatung.
00:47:10: Ich meine auf eigenösische Rebenen kämpfen wir wieder um Gelder, es wird wieder gestrichen.
00:47:16: Wir raufen uns die Haare und können sich kaum glauben Und das zeigt einfach auch wieder Es braucht eben immer noch ein Engagement.
00:47:24: Es hört nicht auf Dass man dort auch politisch muss aktiv bleiben, um Geld zu kämpfen und Investitionen von Steuergeldern in diese Richtung gehen.
00:47:35: dass schon bestehende, sehr gute Angebote weiter ausbauen können.
00:47:41: Dass man mehr Schutzplätze für Gewaltbetroffene arbeiten kann.
00:47:45: Beispielsweise Barriere abbauen im Behindertegleichstellungsthema ist auch mit Kosten verbunden.
00:47:52: und da sehen wir doch immer wieder, dass auch wir in der riechen Stadt Zürich immer noch teilweise so weit hinterher hinken, die ich denke Leute haben wirklich!
00:48:04: Also auf Selbstverständlichkeit.
00:48:07: Ich sage so ehrlich, es war auch mit den Gründen, wieso ich gedacht habe in der Gemeindratischen gute Idee.
00:48:12: Weil eben genau solche Sachen noch mehr zu pushen und dafür zu sorgen dass die richtigen Projekte, die Richtige Unterstützung bekommen können.
00:48:24: Und dort ist ja... oder jetzt sagt man, was man als Tier zu hat?
00:48:28: Man spürt das Feuer, man spürte Begeisterung und man spüre vor allem auch, du möchtest gestalten!
00:48:33: Das wird auch ein Grund sein, wieso du dich selbstständig gemacht hast.
00:48:36: Ist das eine These, die verhebt?
00:48:38: Das will er auch gestalten!
00:48:40: Ja, das Verheben glaube ich absolut.
00:48:43: Es war irgendwie aber auch wie so etwas natürliches Wachstum in den letzten Jahren.
00:48:47: Ich habe in einer renommierten Anwaltskanzlei bei Landmann und Partner meine ersten ... Flugversuche und das war eine wunderbare Erfahrung, eine hochkompetente Leute zu treffen, die ich sehr viel lernen konnte.
00:49:03: Ich habe aber auch gemerkt, es ist Witzig, um wegfliegen – ich bin Flüggin!
00:49:10: Ich möchte mein eigenes System mitgestalten.
00:49:13: Da trafst du völlig den Nagel auf den Kopf.
00:49:16: Ich möchte meine eigenen Entscheidungen treffen.
00:49:20: Ich will in meinem eigenen Team ... zusammenstellen oder beeinflussen.
00:49:24: Wie gross
00:49:25: ist das Thema?
00:49:25: Wir sind jetzt vier Frauen, die auf Augenhöhe miteinander Kanzlei gegründet haben und gemeinsam arbeiten.
00:49:33: Wir sind drei Anwälte innen und eine Administrationsfachkraft.
00:49:40: Und wir möchten auch noch weiter wachsen.
00:49:42: Es ist sicher ein Thema ... Ich denke schon auch an die frauenspezifischen Themen ab.
00:49:51: aber bei Weitem nicht nur.
00:49:54: Wir sind ja auch sehr vielfältig aufgestellt, vor allem im Bereich Strafrecht und Familienrechte, wie schon gesagt.
00:50:03: Und wir freuen uns hier, wenn man noch weitere Leute zugewöhnen könnte.
00:50:09: Aber ich merke einfach, es ist so etwas wertvolles ein gesundes Arbeitsumfeld zu haben ... gerne zu arbeiten mit Leuten, die man den gleichen Vibe hat und auf Augenhöhe begegnet wird.
00:50:24: Und eben nicht so, was gerade in der Anwaltsbranche immer noch weit verbreitet ist, dass hier archischer Denken häufig doch noch tief drin ist ... Das liegt mir überhaupt nicht.
00:50:37: Es war nicht meine Art, die Welt zu sehen und einfach mein eigenes Ding mit meinen Partnern zu machen finde ich grossartig.
00:50:45: Absolut die richtige Entscheidung.
00:50:47: Da leuchtet der Hauber wieder
00:50:49: an!
00:50:51: Jetzt hast du vorher ja eigentlich auch so etwas Motivation angesprochen wie du in Politik bist und gleichzeitig ... Ist es dann daran gescheitert, für mich nicht in die Politik zu gehen?
00:51:04: Weil es unglaublich viele Ressourcen braucht.
00:51:07: Es ist einfach so eine kräftezehrende Arbeit, die ganz viel auch erschöpft hat und gleichzeitig ist das ja so frustrierend, weil man bräuchte dich in der Politik.
00:51:22: Gerade wenn wir mit Mara und ich einen Menschenbegleiten haben mit einer Behinderung, wird man auf ein Thema gestoßen, das mir nicht klar war.
00:51:32: Wir wussten es wirklich nicht bewusst, wie viel da im Argen liegt.
00:51:36: und wenn wir dann schauen, wieso ist das so?
00:51:39: Wieso ist es zum Beispiel auch so, dass Menschen mit Körperbehinderungen mehr Recht haben als Menschen mit kognitiver Behinderung?
00:51:48: Dann merken wir, okay, das Thema hat null Lobby.
00:51:52: Die Selbstbetroffenen können sich nicht für sie stark machen.
00:51:56: Und dann weiss man, die Lobby ... macht auch Politik, dann ist dort viel Geld.
00:52:05: Dort hat es grosses Lobis.
00:52:07: Ja, das
00:52:07: ist die Realität.
00:52:10: Das ist ja manchmal dann auch im Recht der Realität.
00:52:14: Also das heißt, dass finanzielle Privilegien auch zu mehr Rechte führen können?
00:52:19: Absolut und umso wichtiger ist es ja, dass wir uns eben auch stark machen für Themen die noch zu wenig vertreten sind oder wo man wissen kann, dass diese Betroffenen sich selbst gar nicht gleich können.
00:52:33: oder selber die Lobi-Arbe machen können.
00:52:35: Das ist immer wieder bei meiner Pausenplatzsituation, wo einfach das graue Müsli, der schwache im Ecken von allen bedrängt wird, dann müssen wir helfen.
00:52:46: Dort müssen wir erst recht eine Kostreitschaft sein.
00:52:53: Und das ist etwas, was ich wahnsinnig auch gelernt habe in meiner Arbeit.
00:52:58: In der Pride, wo ich zuerst immer so ... Ja ja, ich bin lesbisch und möchte für die Gleichstellung von homosexuellen Paaren insbesondere mich einsetzen und dann auf dem Weg so gemerkt haben, aha da gibt es natürlich noch ganz viel mehr im Spektrum oder Themen geschlechter Vielfalt Die Rechte von Trans, nonbinären Personen.
00:53:23: Als eines der vielen Beispiele die verschiedenen Betroffenheiten anwirken, dass es auch Menschen mit Fluchgeschichten geben können, die schwul sind bei sexuellen LGBT-Tieren oder eben Barrieren angewiesen sind auf Barrierefreiheit.
00:53:43: dass ich da viel gelernt habe, dass es neben meiner eigenen Betroffenheit noch ganz viele andere gibt und mich auch dafür einsetzen
00:53:52: kann.
00:53:53: Dass es innerhalb einer betroffenen Gruppe auch diejenigen geben können, die besser und schlechter gestellt sind?
00:53:59: Und dass das nicht heisst, wenn sie jemandem im Detail besser gehen oder allen besser gehen?
00:54:03: Ja ja absolut!
00:54:05: Ich bin
00:54:05: froh, dass du das Thema LGBTQ nochmal reinbringst.
00:54:10: noch mal kurz darüber reden.
00:54:14: Weisst du, wenn du jetzt so aus deiner Tätigkeit, also aus dem Recht anwältst, aber auch in deinem Aktivismus – ich weiss nicht ob man das so nennen darf?
00:54:25: Angeschmarr!
00:54:28: Wo findest du, dass es in der Schweiz wirklich noch recht brachlich ist oder politisch noch mehr gebraucht wird?
00:54:37: Wir haben jetzt auch über Behinderte-Rechte geredet, wir reden auch in anderen Folgen darüber.
00:54:41: Man hat auch über Migrationsrecht schon geredeht.
00:54:46: Was findest du im Bezug auf LGBTQIA-Rechte?
00:54:50: Also was ich in meinem Berufsalltag häufig begleite sind alternative Familienformen und ... Einfachere Beispiele sind beispielsweise zwei Frauen, die gemeinsamen Kinderwunsch umsetzen.
00:55:08: Die weichen häufig aus aufs Ausland.
00:55:11: Grund dafür ist sehr häufig, dass der Zugang zu Fortpflanzungsmedizin für ein Lesbistpaar in der Schweiz immer noch begrenzt ist.
00:55:20: Man muss sich bewusst sein... treffen dann Medizinpersonen für eine Auswahl vom Spender.
00:55:29: Wenn sie sich damit beschäftigen und merken, dass es so ist, weichen sie aus ins Ausland, weil sie verständlicherweise mehr auswählen möchten können, wer den Spender ist.
00:55:39: Und wenn das Kind auf die Welt kommt, kommen wir in der Schweiz immer noch nur über Stiefkind-Adoption.
00:55:48: die rechtliche Älterenschaft der Kommutter erreichen.
00:55:52: Das heisst, sie ist nicht abgebohrt Mutter von diesem Kind.
00:55:56: Und das muss man mega verfahren?
00:55:58: Es ist ein Mega-Verfahren, den sog.
00:56:00: Stiefkind-Adoption heisst.
00:56:02: Ich werde immer wieder hessig ab dem Wort Stiefkindadoption.
00:56:06: Für mich hat es nichts mit einem Stief kind zu tun.
00:56:08: Es hat nichts mit einer Adoption zu tun, sondern eine Wunschkindanerkennung.
00:56:14: Wenn überhaupt.
00:56:15: Es ist ein gemeinsamer Familienwunsch, der umgesetzt worden ist und die enorm viel Hürden immer noch bestimmt für so ein Paar zu dieser rechtlichen Elternschaft zu kommen.
00:56:25: Und das sind hochbelastete ... Belastende
00:56:28: Prozesse.
00:56:29: Ist das noch so?
00:56:31: Es gibt eine Sozialabklärung, genau.
00:56:33: Also die
00:56:34: Beauftragte der Keshe ... Man muss
00:56:35: notabene immer noch ein Jahr warten, bis man überhaupt beantragen kann.
00:56:41: Das ist jetzt gerade.
00:56:42: zum Glück in dieser Vision wird es quasi kippt.
00:56:46: Aber es ist immer noch so, dass wir ganz viel Formular ... Bielagen, also Dokument muss einreichen.
00:56:55: Man muss quasi als Adoptierende personen, weil es in meinen Augen der Fall begriff ist... Die Kommutter muss wie ein Ort am Start gegenüber beweisen, dass sie gesund genug ist und finanziell gut genug ist.
00:57:09: Und einfach alles Mögliche, um die rechtliche Älterenschaft zu bekommen.
00:57:15: Das ist extrem aufwendig!
00:57:17: Man muss bis zu zwei oder zwanzig verschiedene Dokumente einreichen.
00:57:23: Die müssen wir auch zuerst besorgen.
00:57:26: Genau über KESP gibt es einen sogenannten Sozialbericht die einen Kästmitarbeiterinnen und Käst-Mitarbeitern zu Hause kommen.
00:57:36: Und dann quasi schauen, ob es hier okay ist für das Kind und ob man diese Adoptionen bewilligen kann?
00:57:43: Das wäre eigentlich wie wenn man sich vorstellt, dass bei jeder Schwangerschaft
00:57:47: die
00:57:47: beauftragten Personen zu Hause sind.
00:57:49: Absurd!
00:57:50: Absurd.
00:57:51: Einfach die Familie berufen.
00:57:54: Dann noch ein wichtiges Detail.
00:57:55: Wir haben immer noch die gesetzliche Voraussetzung ... Drei Jahre muss im gemeinsamen Haushalt geführt haben.
00:58:02: Neben der Voraussetzung, dass man ein Jahr die Pflegejahre anweisen kann, was einfach unfassbar nicht mehr mit den heutigen Realitäten übereinstimmt.
00:58:11: Ich habe z.B.
00:58:12: zwei Klientinnen, die aufgrund von beruflichen Situationen international tätig sind und zwar schon irgendwie gefühlt zehn jahresbar sind aber der gemeinsame Wohnsitz hat es erst mehr oder weniger mit Geburtszeit um dann ... Begründet.
00:58:28: Und das heisst einfach, dass die drei Jahre warten, bis sie das Kind überhaupt in eine recht sichere Position bringen können.
00:58:37: und das ist das, was mich so grottig stört.
00:58:41: Wir behandeln diese Kinder unterschiedlich!
00:58:44: Das Kind von einem lesbischen Paar hat nicht die gleichen Rechte und Absicherungen wie ein Kind, der von mir aus durch den One-Night-Stand entstanden ist.
00:58:53: Und danach gibt es eine Vaterschaft an Erkennung.
00:58:56: Und das ist etwas, was ich wirklich merke.
00:58:58: Das ist der Realität eines ganz vielen lesbische Paars in der Schweiz, die noch politisch sehr viel zu tun gibt.
00:59:07: Und da ist nur ein Beispiel?
00:59:09: Ja!
00:59:11: Ich möchte hier auch ... Auch wenn ihr nicht in Queerenbezirken lebt oder nicht lesbisch seid, auch wenn ihr keine Behinderung habt.
00:59:23: und informieren einmal über die Situation, über die Rechtslagen.
00:59:28: Und es ist wirklich sehr oft ... Es ist sehr politisch.
00:59:32: Wo leidet man den Fokus?
00:59:34: Und wo sagt man einfach ja, das sind noch wenige.
00:59:37: Aber für ... Häufig nicht mal so wenige ist es ein.
00:59:41: Und das andere ist eben das, was du am Anfang gesagt hast oder fernes gleiche Rechte für alle.
00:59:47: Wenn wir von Gleichstellung und gleichen Rechten reden für alle, wenn wir eben für alle ...
00:59:52: Ja, man muss gar nicht so in die Individualthemen einkommen.
00:59:56: Wenn man das nicht möchte und nicht selber dafür betroffen ist.
01:00:00: Aber dann schauen wir euch genau an welchen Wähler ihr wollt.
01:00:04: Welche Parteien, welche Vertretenden.
01:00:08: Und v.a.
01:00:08: überhaupt nutzen eure Stimmrechte.
01:00:12: Die können eure Wahlmöglichkeiten nutzen.
01:00:16: Denn das ist einfach eine Realität.
01:00:19: Wir haben immer noch eine starke ... bürgerliche, so genannte bürgelich konservative Mehrheit.
01:00:25: Vor allem auf eignössischer Ebene aber auch auf die Kantonal
01:00:28: etc.,
01:00:29: wo letztlich den Gründen dafür sind.
01:00:32: Weshalb dann die Steueroptimierung von Unternehmen sehr viel mehr nicht nur Lobbyarbe erfährt sondern einfach effektive Mehrheiten findet, aber die Rechte von Minderheiten oder Gleichstellungsthemen hinabepurzelt?
01:00:50: Yes!
01:00:52: Wir sind fast am Ende des Gesprächs.
01:00:55: Sagen Sie
01:00:55: etwas, das ich in diesem Podcast immer wieder sagen könnte?
01:00:58: Man könnte noch
01:00:58: ewig weiterreden und auch noch weitere Gespräche ... Das ist wirklich
01:01:01: irgendwann mal so lange nach, dass wir dieses Podcast machen können.
01:01:07: Maha-Buchtipp!
01:01:09: Mara, ja.
01:01:10: Lange Nacht der Podcasts und ich habe alles gesagt oder nicht?
01:01:14: Irgendwie habe ich nie alles gesagt.
01:01:16: Auf
01:01:16: seinen Anspruchs sollte man auch nicht haben, wenn man podcaste.
01:01:20: Oder überhaupt im Leben!
01:01:24: Ich empfehle ein Buch von einem Autor.
01:01:27: Er heisst Matthias Kreienbrink und das Buch heisst Scham.
01:01:32: Es ist erschienen im Küsselserlag, im Jahr twenty-fünfundzwanzig.
01:01:36: Und es setzt sich mit dem Gefühl auseinander, wo wir jetzt auch ganz fest besprochen haben, während des Gesprächs.
01:01:44: Was ist das überhaupt für ein gefülltes Scham?
01:01:46: Wer profitiert von diesem Scham ... Das ist mein Bordtipp heute.
01:01:56: Ja, ich habe so ein Gedanke, das mich jetzt immer wieder durch dieses Gespräch begleitet hat.
01:02:03: Das ist das was Herrböck Grönemeyer schon gesungen hat und er weiss von was er singt.
01:02:08: Er hat in sehr kurzer Zeit fast gleichzeitig seine Frau und seinem Bruder an den Topf verloren.
01:02:14: Das Leben ist nicht fair!
01:02:17: Und man redet im Inneren Arbeit vom emotionalen Bewusstsein.
01:02:22: wenn man das annehmen kann dass es so ist.
01:02:26: Ganz viele Menschen haben die Illusion aufgeregt, dass es eine Fairness gibt.
01:02:33: Wenn ich nur genug mache, dann ... Gleichzeitig sitzen bei mir am Stuhl Menschen, die schlimme Schicksalsschläge erleben und wirklich alles andere als fair sind.
01:02:48: Dann kommt das natürliche Gefühl völlig menschlich.
01:02:51: Man hadert, wieso gerade ich?
01:02:54: Wieso ist das mir passiert?
01:02:57: Und wieso ist es so unglaublich umfern manchmal das Leben und tut so fest weh?
01:03:04: Und in dem Inneren ist dann oft die Ohrmacht.
01:03:07: Und Ohr macht, das lädt mir erstarrt wenn wir uns ohrmächtig fühlen.
01:03:14: Und darum, wenn ich diesem Gefühl begegnete von... Das passiert einem auch, wenn man sich mit der Gerechtigkeit auseinandersetzt.
01:03:22: Ich hatte einen Grossvater ... Ja, von der Nazis verfolgt worden ist und ich bin dort als Kind das erste Mal so in dieses Gefühl reinkommen.
01:03:36: Wieso?
01:03:37: Es ist doch unfair!
01:03:38: Also wieso ist das im Zweiten Welt passiert?
01:03:41: Und ich mag mich noch an das Gefühl erinnern, die totalem Unverständnis, was ich gemerkt habe ... Wir können fast darauf verzweifeln, wie es so unfair ist und so gemein.
01:03:51: Und wenn ihr das Gefühl kennt und merkt, es macht euch amigomächtig und ihr fühlt euch dann bei nicht mehr handlungsfähig.
01:03:58: Ist immer der wichtigste Schritt, dass wir auch anderen kennen?
01:04:01: Ja!
01:04:03: Es ist verdammt unfair.
01:04:06: Jetzt kommt von mir noch ein Handlungsanweis für
01:04:10: den Alltag.
01:04:11: Darf ich weiter das mit ... Es ist nicht fair.
01:04:15: Dann mache ich manchmal die Übung dieser zwei Kreise.
01:04:20: Was kann ich?
01:04:21: Es gibt einen Kreis, der tatsächlich nicht beeinflussen kann.
01:04:24: Und das gibt es!
01:04:26: Dann gibt's aber immer ein Kreis in dem ich die Hand nehmen kann, wo die Lea gesagt hat, Hilfe holen und eine Freundin davon erzählen, wie ich sie gemacht habe.
01:04:38: Der Kreis von Ich kann in die Handlung kommen ist unglaublich wichtig zum Ausdärenohmacht herauskommen.
01:04:46: Die Handlungsmacht im Alltag ... In der kleinsten Situation zu finden.
01:04:51: Das war mein Alltagstipp, das die Richtung geht.
01:04:54: Wie gehe ich manchmal mit dem Frustrum oder den Niederlagen?
01:04:59: Ich selber kann ja Fairness geben.
01:05:02: Manchmal kann man so wenig und seht es an den Migroskassen mit einem Lächeln oder einem netten Spruch anderen Menschen ... kurz etwas versüssen oder irgendwie etwas liebevoll sein, die Welt zurückzugeben.
01:05:18: Das finde ich extrem bestärkend und löst einen manchmal aus dieser Ohnmacht heraus.
01:05:23: Genau!
01:05:24: Und dort bin ich ja wirklich beim totalen Alltagstransfer von sich selber wieder bodengehen, von selbst stabilisieren.
01:05:31: Und dort habe ich mit Gang ins Klinst genau.
01:05:33: Ich mache es noch einmal ein kleiner, weil letztendlich geht's darum, sich wieder Sicherheit geben zu vertrauen.
01:05:41: jemanden sagt, die pflegende Angehörige muss mit dem Tod rechnen oder der Totalumfer der Frau.
01:05:48: Dann geht er wieder den Keller auf herum und dann nimmt er das Schublade auseinander und macht dort eine Ordnung.
01:05:54: Und dann hat er wenigstens in dieser Schubladen Kontrolle, Sicherheit und auch irgendwie das Vertrauen, dass es diese Schublades so aussieht.
01:06:02: Das wirkt!
01:06:03: Ich tute sonst ganz oft, deshalb habe ich immer an meinem Handy irgendwelche Fäden.
01:06:07: Wenn ich an der Krankheit von meinem Sohn, die verdammt umfähig ist, dann tue ich manchmal einfach eine schöne Krälle in Fettle.
01:06:16: Und das ist so total ... Boden!
01:06:20: Ja.
01:06:21: Gute Strategie.
01:06:23: Lea, magst du nacharten ziehen?
01:06:25: Also, ich ziehe nacharten.
01:06:26: Da hat sie ganz viel.
01:06:29: Ich lese vor.
01:06:30: Was habe dich letzte Woche berührt oder gefreut?
01:06:35: Ich beantworte sie auch.
01:06:37: Ich stelle nicht euch, sondern mir!
01:06:40: Für
01:06:40: Podcast muss ich mich selbst Fragen stellen... Ja,
01:06:43: das stimmt.
01:06:43: Es
01:06:43: ist nicht einfach da.
01:06:45: Ich habe gerade letzte Woche und es ist leider eher selten in meinem Job.
01:06:50: Ich bekam zwei Urteile hintereinander, die mich sehr gefreut haben und die ich je nachher als Klientin ankläute und über unser Erfolg berichtet hat.
01:07:01: dass so berührt zu spüren, wie tief sie berührt sind.
01:07:05: Das war zum einen eine Verhandlung von einem Opfer, der ein Sexualstraftat erlebt hat und sie ist nicht am Prozess gekommen – das ist übrigens auch eine Möglichkeit, die man hätte, sich diese Anwälte dafür einsetzen können.
01:07:19: Ich bin alleine dort an und habe sie quasi vertreten verteidigt.
01:07:25: Aber ich kann sie ja nicht mehr verteidigen, sondern ... ihre Rechte durchzusetzen.
01:07:30: Es gab tatsächlich eine Verurteilung von diesem Täter, das hat mich selbst positiv überrascht und dann habe ich ihn angelieht.
01:07:37: hat es fast nicht glauben können und ich habe gespürt, wie er leichtertig war.
01:07:43: Am nächsten Tag kam ein Urteil des Verwaltungsgerichts, in dem ich genau so eine Situation hatte, wo ich vorhin geschildert habe zwei Frauen, die müheter geworden sind, kulfen haben in einer Anerkennungsprozesse von einem ausländischen Geburtsurkund und wir konnten einfach diesen Prozess.
01:08:00: Ich habe eine Scheissfreude mit dieser Ankläute gehabt Die Kommutter, die rechtlich anerkannt wird jetzt.
01:08:08: Sie kämpfte mit den Tränen und berührte mich tief.
01:08:11: Das gebe ich gerne noch auf der Äther.
01:08:14: Und diese Berührung, damit wir sie weitergeben können?
01:08:17: Danke vielmals!
01:08:19: Danke
01:08:20: vielmal!
01:08:20: Ich
01:08:21: finde du hast auch uns sehr berührt für dieses schöne Gespräch.
01:08:27: Und danke vielmals Sarah.
01:08:29: Ich möchte noch sagen, was mich in den letzten Wochen berührt hat.
01:08:32: Und zwar darf ich mit Sarah gut tanzen ... Und wir hatten es so schön.
01:08:37: Wir haben beide schwierige Zeiten hinter uns im Moment.
01:08:42: Es war so verbindend und ich finde, das Gespräch hat alles gerade noch einmal zusammengebracht, was wir dort an Kraft gespürt haben und dass man es weitergeben will.
01:08:53: Megaschöne.
01:08:54: Schlafe vor!
01:08:54: Wir schalten ab und gehen dann
01:08:56: zurück.
01:08:58: Tschüss
01:08:59: miteinander.
01:09:01: Der Podcast ist in Zusammenarbeit mit den Frauenzentralen Zürich entstanden.
01:09:06: Seit über hundert Jahren setzt sich der Verein für mehr Selbstbestimmung für Frauen im Kanton Züri ein, mehr Infos unter frauenzentrale-zh.ch und schreibt uns gerne Eure Ideen
01:09:18: & Feedback
01:09:19: auf Insta at Frauenzentrale.sh.
01:09:23: Es würde uns freuen wenn ihr den Podcast abonniert
01:09:26: und bewertet.
01:09:27: Danke!
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